Die Cotswolds gehören zu den Landschaften Englands, bei denen man schnell versteht, warum sie weltweit so bekannt geworden sind. Sanfte grüne Hügel, alte Steinmauern, Wiesen und kleine Dörfer aus warmem, honigfarbenem Kalkstein ergeben eine Landschaft, die tatsächlich ausgesprochen typisch englisch wirkt. Aber die Cotswolds sind weit mehr als eine Ansammlung hübscher Dörfer!
Die Region erstreckt sich über mehrere Grafschaften und bietet neben den bekannten Orten auch lebendige Marktstädte, weitläufige Landschaften, historische Herrenhäuser und Gärten, alte Kirchen, Wälder, Flusstäler und zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren. Dazu kommen gute Pubs, Tea Rooms, regionale Produkte und eine ausgesprochen lebendige Kulturszene. Die offizielle Tourismusseite beschreibt die Cotswolds entsprechend als eine Region aus Landschaft, Städten und Dörfern, Country Houses, Gärten, Wanderwegen und regionaler Küche. Perfekter könnten auch wir es nicht sagen und gerade diese Mischung macht die Cotswolds für uns als Reiseziel so interessant.
Hier liegen die Cotswolds – und das macht sie besonders
Die Cotswolds sind keine Grafschaft und auch keine klar abgegrenzte Verwaltungseinheit. Sie sind vielmehr eine weitläufige Landschaft, die sich über Teile von Gloucestershire, Oxfordshire, Warwickshire, Wiltshire und Worcestershire erstreckt. Im Süden reicht die Landschaft bis in den Raum Bath und damit in den Verwaltungsbereich Bath and North East Somerset.

COTSWOLDS – Die Lage der Region („Area of outstand natural beauty“) in England (Quelle: Wikipedia)
Das Herz der Region bildet die Cotswolds National Landscape, auch als Area of Outstanding Natural Beauty bezeichnet. Sie umfasst mehr als 2.000 Quadratkilometer und ist damit eine der größten geschützten Landschaften dieser Art in England.
Die Landschaft wird von den sogenannten wolds, also sanften Hügeln, geprägt. Besonders charakteristisch sind die Kalksteinböden, die auch den berühmten Cotswold Stone hervorgebracht haben.
Dieser hellgoldene Kalkstein findet sich überall: in Häusern, Kirchen, Mauern und ganzen Dörfern. Dadurch entsteht eine erstaunliche Einheitlichkeit, obwohl die einzelnen Orte durchaus ihren eigenen Charakter besitzen.
Die berühmten Cotswold-Dörfer und -orte
Natürlich kommt man an den berühmten Dörfern nicht vorbei: Bibury, Bourton-on-the-Water, Castle Combe, Broadway, Chipping Campden, Stow-on-the-Wold, the Slaughters und viele andere gehören zu den bekanntesten Namen der Region.
Sie alle haben ihren eigenen Charakter, gemeinsam sind ihnen aber die typischen Häuser aus Cotswold Stone, kleine Gassen, historische Kirchen und eine oft ausgesprochen schöne Lage in der Landschaft.

Typisches Haus in Chipping Campden
Gerade die bekanntesten Orte können allerdings in der Hauptsaison sehr voll werden. Wer die Cotswolds nur anhand einiger berühmter Instagram- oder Postkartenmotive bereist, bekommt deshalb möglicherweise einen etwas falschen Eindruck.
Es empfiehlt sich, auch weniger bekannte Orte zu erkunden. Dörfer wie Naunton, Bourton-on-the-Hill oder Blockley bieten ebenfalls die typische Cotswold-Atmosphäre, sind aber häufig deutlich ruhiger.
Und genau das würden wir ebenfalls raten: Nicht nur die bekannten Namen abhaken, sondern einfach einmal von der Hauptstrecke abbiegen.
Marktstädte – die andere Seite der Cotswolds
Die Cotswolds bestehen nämlich keineswegs nur aus kleinen Dörfern. Cirencester, Chipping Norton, Moreton-in-Marsh, Tetbury, Stroud, Tewkesbury, Witney und Winchcombe sind historische Marktstädte mit Geschäften, Märkten, Cafés und Pubs. Gerade diese Orte sind eine schöne Ergänzung zu den kleinen Dörfern.
Hier findet das alltägliche Leben statt. Es gibt Wochenmärkte, unabhängige Geschäfte, lokale Produkte und ganz normale Wohnviertel. Die Cotswolds wirken dadurch nicht wie ein großes Freilichtmuseum, sondern wie eine tatsächlich bewohnte Kulturlandschaft.
Die Cotswold-Wool-Towns und ihre Geschichte
Der Reichtum vieler Cotswold-Orte hat einen historischen Grund: Im Mittelalter war die Region für ihre Schafzucht und Wollproduktion berühmt. Die hochwertige Wolle brachte Wohlstand in die Region. Das erklärt unter anderem, weshalb selbst relativ kleine Orte so beeindruckende Kirchen und Häuser besitzen. Viele der großen sogenannten wool churches entstanden in dieser Zeit. Die wohlhabenden Händler und Wollproduzenten konnten sich repräsentative Häuser leisten und investierten gleichzeitig in ihre Gemeinden.
Wenn man heute durch Chipping Campden, Stow-on-the-Wold oder andere historische Orte läuft, sieht man diese Geschichte noch überall. Die Cotswolds sind damit nicht einfach eine hübsche Landschaft, sondern eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft.
Die Landschaft und weitere Erlebnisse
Für uns liegt einer der größten Reize der Cotswolds allerdings nicht nur in den Orten, sondern in der Landschaft! Die sanften Hügel, Wiesen, Wälder und Täler werden von einem dichten Netz alter Wege durchzogen. Die Region besitzt mehr als 5.000 Kilometer Fußwege und öffentliche Wegerechte.
Dazu kommen die berühmten Trockenmauern aus Cotswold Stone, die die Felder voneinander trennen und der Landschaft ihren besonderen Charakter geben. Man kann deshalb problemlos einen ganzen Tag unterwegs sein, ohne eigentlich ein konkretes Ziel zu haben.
Die Landschaft selbst ist dabei ausgesprochen abwechslungsreich: offene Wiesen, Wälder, Flusstäler, Hecken und kleine Täler wechseln sich ständig ab. Im Frühjahr sind die Wiesen und Wälder besonders schön, im Sommer zeigt sich die typische grüne Landschaft, und im Herbst sorgen die Wälder für intensive Farben. Man kann die Cotswolds also durchaus zu unterschiedlichen Jahreszeiten besuchen – und bekommt jedes Mal einen etwas anderen Eindruck.

Blick aus einem Dorf in die Landschaft der Cotswolds
Der Cotswold Way
Wer die Landschaft intensiver kennenlernen möchte, kann dem Cotswold Way folgen. Dieser National Trail verläuft über mehr als 100 Meilen entlang des Cotswold Escarpment von Chipping Campden bis Bath. Dabei führt er durch Wälder, Wiesen und Hügel und bietet immer wieder weite Ausblicke über die umliegende Landschaft. Und natürlich muss man nicht die gesamte Strecke komplatt erwandern.
Viele Orte eignen sich hervorragend als Ausgangspunkt für einzelne Spaziergänge. Auch kürzere Rundwanderungen durch die Landschaft sind problemlos möglich.
Gerade das macht die Cotswolds so angenehm: Man kann sie als ambitionierter Wanderer bereisen oder einfach jeden Tag ein kleines Stück zu Fuß erkunden.
Flüsse, Seen und Wasserlandschaften
Auch Wasser gehört zu den Cotswolds – obwohl man vielleicht zunächst nicht daran denkt. Die Landschaft wird nämlich von zahlreichen kleinen Flüssen und Bächen durchzogen und in den Dörfern findet man häufig kleine Brücken und Flussläufe, die das Ortsbild bestimmen.
Im Süden liegt außerdem der Cotswold Water Park mit einer großen Zahl künstlich entstandener Seen. Das Gebiet umfasst heute rund 40 square miles und bietet Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren und für verschiedene Wassersportarten.
Damit zeigt sich wieder eine andere Seite der Region, die man bei einem Besuch der berühmten Dörfer leicht übersieht.
Herrenhäuser, Schlösser und Gärten in den Cotswolds
Zur Landschaft der Cotswolds gehören auch zahlreiche historische Anwesen: Blenheim Palace, Sudeley Castle, Hidcote, Snowshill Manor, Sezincote und viele weitere Country Houses und Gärten zeigen, wie eng die Geschichte der Region mit der englischen Landhaus- und Gartenkultur verbunden ist.

In der Bibliothek von Blenheim Palace
Dabei sind die Anlagen ausgesprochen unterschiedlich. Man findet große repräsentative Country Houses mit weitläufigen Landschaftsparks ebenso wie kleinere historische Häuser und sehr persönliche Gärten.
Gerade die Gärten sind für uns ein guter Grund, die Cotswolds nicht nur im Hochsommer zu besuchen. Frühling und Herbst können hier besonders schön sein, wenn die Pflanzen und Wälder jeweils ein völlig anderes Bild erzeugen.
Essen, Pubs und Tea Rooms
Eine Reise durch die Cotswolds wäre ohne gutes Essen kaum vorstellbar. Die Region besitzt eine ausgeprägte lokale Lebensmittelkultur. Käse, Fleisch, Backwaren, Cider und andere regionale Produkte findet man auf Märkten, in Hofläden, Cafés und Restaurants. Besonders typisch sind natürlich die Country Pubs und alten Inns.
Nach einer Wanderung durch die Landschaft gibt es kaum etwas Angenehmeres, als in einem alten Pub einzukehren und bei einem Mittagessen oder einem Pint etwas Zeit verstreichen zu lassen.
Und natürlich gehören auch Tea Rooms fest zum Bild der Cotswolds. Ein Cream Tea passt hier einfach hervorragend.
Die eigene Reise mit dem Auto durch die Cotswolds
Die Cotswolds lassen sich sehr gut mit dem Auto erkunden. Gleichzeitig sollte man sich gerade hier nicht zu sehr auf die schnellste Verbindung konzentrieren.
Die kleinen Straßen zwischen den Dörfern sind Teil des Erlebnisses. Man fährt durch Landschaften, die man von den größeren Verkehrswegen aus überhaupt nicht zu sehen bekommt.
Allerdings sollte man gerade in den bekanntesten Orten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen rechnen. Schmale Straßen, parkende Autos und viele Fußgänger können die Fahrt deutlich langsamer machen. Unser Rat ist deshalb: Zeit lassen und lieber etwas weniger Orte, diese dafür aber intensiver zu erkunden und die Landschaft unterwegs genießen. Und natürlich zwischendurch das Auto abstellen und ein Stück laufen.
Was man in den Cotswolds nicht verpassen sollte
Die Cotswolds sind zweifellos eine der bekanntesten Landschaften Englands. Aber gerade deshalb lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen.
Die berühmten Dörfer sind wunderschön – aber sie sind nur ein Teil dessen, was die Region ausmacht.
Die eigentliche Stärke liegt in der Verbindung von Landschaft, Geschichte und dem ganz normalen Leben: Marktstädte, Dörfer, Country Houses, Gärten, Kirchen, Wanderwege, Pubs, Märkte und die vielen kleinen Straßen dazwischen.
Dazu kommt, dass die Cotswolds über mehrere Counties hinwegreichen. Ein Aufenthalt in Gloucestershire fühlt sich deshalb durchaus anders an als einer in Oxfordshire oder im südlichen Teil der Region. Gerade diese Unterschiede machen eine längere Reise interessant.
Unser Tipp: Nicht nur für ein paar berühmte Dörfer in die Cotswolds fahren. Nehmt Euch Zeit für die Landschaft dazwischen, bleibt auch einmal in einem weniger bekannten Ort stehen und geht ein Stück zu Fuß. Erst dann bekommt man wirklich ein Gefühl dafür, was die Cotswolds so besonders macht.
Die folgende Übersicht enthält aus unserer Sicht besonders schöne und interessante Orte in den Cotswolds. Alle vorgestellten Reiseziele haben wir selbst besucht, fotografiert und ausführlich beschrieben.
Besondere Highlights in den Cotswolds
Blenheim Palace
Gloucester Cathedral
Das sollte man in den Cotswolds gesehen haben
Abbey House Gardens (Malmesbury)
Gloucester – Alte Speicherhäuser
Kelmscott Manor
Newark Park
Sudeley Castle
Sehenswerte Städte & Orte in den Cotswolds
Castle Combe
Chipping Camden
Broadway
Lacock
Malmesbury mit seiner Abbey
Stroud mit dem Farmers Market
Tetbury mit dem Woolsack-Race
Woodstock
Tourvorschlag
Möchtest Du Gloucestershire auf einer eigenen Rundreise entdecken? Dann haben wir einen tollen Vorschlag für Dich zusammengestellt, mit der Du die Cotswolds mit Gloucestershire erkunden kannst:
Die Details findest Du in unseren Tourvorschlag für die Cotswolds. Die Tour verbindet viele der hier vorgestellten Orte zu einer bewährten Route und enthält darüber hinaus zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten sowie praktische Hinweise für die Reiseplanung.

Viel Spaß bei Deiner eigenen Reise in Südengland und vor allem in den Cotswolds!
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