Denkt man an Südengland, kommt einem wahrscheinlich zuerst Cornwall in den Sinn. Fast schon mythisch verklärt wird es zum Sehnsuchtsort sowohl für ausländische Besucher als auch für britische Urlauber. Und das ist kein Wunder, denn Cornwall besticht durch unglaublich schöne Küsten, entzückende Fischerorte und traumhafte Gärten.
Hier liegt Cornwall – und das macht es besonders
Cornwall liegt im äußersten Südwesten Englands und hat mit „Lizard Point“ auch den südlichsten Punkt und mit dem leider sehr kommerziellen „Lands End“ den südwestlichsten Punkt des englischen Fastlands. Zu Cornwall gehören auch die vorgelagerten Scilly Islands, die ebenfalls mehr als einen Besuch wert sind – auch wenn dieser gar nicht so einfach möglich ist.

CORNWALL – Die Lage der Grafschaft im äußersten Südwesten Englands (Graphik: Wikipedia)
Politisch besitzt Cornwall eine Sonderstellung, denn aufgrund der keltischen Historie sind die Kornen (Cornish) seit 2014 von der britischen Regierung offiziell als nationale Minderheit anerkannt – genau wie Schotten, Waliser und Iren. Ein eigenes Parlament haben sie jedoch nicht, dafür ist Cornwall nicht einfach eine Grafschaft (County), sondern sogar ein Herzogtum (Duchy of Cornwall), dem jeweils der älteste Sohn des amtierenden Königs bzw. Königin vorsteht.
Um nach Cornwall zu kommen, muss man das County Devon durchqueren, was mit seinen vielen Möglichkeiten ein ganz eigenes Reiseziel sein sollte. Erreicht man Cornwall auf dem schnellsten Weg per Auto (A30 oder A38), dann ist man vielleicht im ersten Moment sogar enttäuscht – denn das Hinterland von Cornwall ist nicht unnett, aber gehört keinesfalls zu den wirklich beeindruckenden Landschaften Englands. Ausnahme ist sicherlich das Bodmin Moor mit den wunderbaren Golitha Falls (aber Achtung: Bitte keinen gewaltigen Wasserfall erwarten!).
Auch die Häuser sind anders als im Osten Südenglands keine prächtigen Anwesen oder schöne Natursteingebäude, sondern eher einfach und fast alle weiß gestrichen bzw. gekalkt. Cornwall war lange Zeit eine unglaublich arme Region und ist bis heute nicht wirklich wohlhabend. Mit Landwirtschaft, Fischfang und früher Bergbau hielt und hält man sich über Wasser – heute ist der Tourismus als wichtiger Wirtschaftszweig dazu gekommen.
Die Küste Cornwalls
Kein Wunder, denn Cornwall ist auf gleich drei Seiten vom Meer umgeben (voom Ärmelkanal sowie dem Atlantischen Ozean) und mit traumhaften Küsten gesegnet. Diese sind oft rau, mit steilen Felsen, die sich dann wieder mit malerischen Buchten und langen Sandstränden abwechseln. Besondere Highlights sind Kynance oder Mullian Cove oder Porthcurno Beach.
Und das Beste: Der SouthWest Coast Path zieht sich komplett um Cornwall herum und bietet Einstiegsmöglichkeiten zu phantastischen Küstenwanderungen an unzähligen Orten.
Die schönsten Küstenorte in Cornwall
Ohnehin sind die kleinen Fischerorte ein echtes „must see“ auf einer Reise nach Cornwall. Diese unterscheiden sich je nach Lage durchaus: An der südöstlichen Küste Cornwalls zum Ärmelkanal hin ab der Stadt Plymouth liegen an einer Steilküste Looe (recht groß, aber nett), Polperro, Fowey oder Mevagissey.
Im Süden mit Lizard und Roseland Pensinsula sind zwar immer noch Klippen, aber diese sind nicht so steil und bewachsener. Hier liegen Portholland, Portloe (Roseland) bzw. Cadgwith oder Porthleven (Lizard) sowie Mousehole und Porthcurno.
An der nordwestlichen Küste zum Atlantik hin ist es dagegen deutlich flacher, es überwiegen lange Sandbereiche pus Felsen. Durch den Atlantik mit seinen Stürmen ist es hier deutlich rauher, was aber in Newquay oder Portreath gerade Surfer anzieht. Sehr nett ist übrigens das kleine Boscastle.
Cornwall für Gartenliebhaber
Dazu kommt das spezielle Klima: Obwohl z.B. die kornische Stadt Falmouth (mit den Ruinen von Pendennis Castle) auf der Höhe von Frankfurt am Main in Deutschland liegt, ist es in Cornwall durch den nahen Golfstrom maritim gemäßigt mit viel Niederschlag und sehr milden Wintern. Das führt dazu, dass besonders in windgeschützten Buchten und Einschnitten mediterrane bis subtropische Pflanzen wachsen und die dadurch die Gärten so unvergleichlich machen. Der berühmteste dieser Gärten sind sicherlich die „Lost Gardens of Heligan“, Trebah, Trelissik und Glendurgan Garden – sowie ein schier unzählbare Menge weiterer kleiner und größerer Gärten, die einem am Weg begegnen. Nicht umsonst spricht man von der „Cornish Riviera“, deren klares Wasser zum Baden einlädt.
Sehenswürdigkeiten und Kultur in Cornwall
Auch kulturell hat Cornwall einiges zu bieten – genannt sei hier der Ableger der weltberühmten Tate-Gallerie im Künstlerort St. Ives oder das Minnack-Theatre mit seinen Steinstufen unter freiem Himmel. Wer mehr über die reiche Bergbaugeschichte der Region erfahren möchte, kann eines der Minenmuseen besuchen.
Unbedingt einen Besuch wert ist St. Michael‘s Mount nahe Penzanze – dies ist die britische Antwort auf das franzöische „Mont St. Michel“ und ist nur bei Ebbe über einen Damm direkt zu erreichen, sonst muss man winzige Fährboote nutzen.
Die größte Stadt und Verwaltungssitz ist Truro – die würden wir nicht unbedingt als besuchswürdig empfehlen, wobei die Kathedrale schon toll ist. Stattdessen bieten sich einige alte herrschaftliche Anwesen zur Besichtigung an wie Cotehele, Godolphin oder Lanhydrock House and Gardens.
Und an Tintagel scheiden sich die Geister. Der Ort ist Sitz der Artus-Sage – die aber dort alleine aus zeitlichen Gründen nie stattgefunden haben kann. Trotzdem wird die Legende touristisch bis zum Letzten ausgeschlachtet und die wenigen Ruinen des Tintagel Castle auf einem vorgelagerten Felsen sind nur gegen hohen Eintritt über eine Brücke erreichbar. Reisebusse und Besuchermassen stauen sich regelmäßig auf der schmalen Hauptstraße des kleinen Ortes.
Cornwall im Sommer: voll oder überlaufen?
Man muss ohnehin sagen, dass gerade in den Sommermonaten Cornwall – und ganz besonders St. Ives – sehr stark besucht bis teilweise überlaufen sind. Den Rsoamunde-Pilcher-Verfilmungen sei Dank… Wer es ein wenig ruhiger haben möchte, sollte daher eher die Lzard Peninsula (sehr nett das Lizard Lighthouse) oder die Roseland Peninsula besuchen.
Mit dem Auto durch Cornwall
Aber vorsicht: Gerade dort sind die ohnehin schmalen Straße nochmal enger, oft passt gerade mal ein Auto zwischen den meterhohen Hecken hindurch – und das bei Gegenverkehr. Wobei wir aus eigener Erfahrung sagen können, dass man sich ganz schnell an diese Situation gewöhnt und sich mit einem der (eher selten) entgegenkommenden Fahrzeugen einfach ausmacht, wer in die nächste Ausweiche zurückschiebt.
Was man in Cornwall nicht verpassen sollte
Für Deine Reise nach Cornwall haben wir hier unsere persönlichen Empfehlungen und bevorzugten Reiseziele zusammengestellt. Zu jedem Ort findest Du eine ausführlichen Beschreibung mit vielen Fotos und weiteren Informationen verlinkt. Alle vorgestellten Reiseziele haben wir selbst besucht, fotografiert und ausführlich beschrieben.
Die besonderen Highlights von Cornwall
Lizard Peninsula
Roseland Peninsula
Calstock Viaduct
Tolle Häuser und Gärten in Cornwall
Cotehele House & Garden
Enys Gardens
Lost Gardens of Heligan
Trebah Garden

Trebah Garden ist einer dieser für Cornwall typischen Gärten, die in einem kleinen Tal zum Wasser hin mit besonderem Mikroklima liegen.
Sehenswerte Städte & Orte in Cornwall
Cadgwith
Mousehole
Mullion Cove
Porthreath
Tourvorschlag
Möchtest Du Cornwall auf einer eigenen Rundreise entdecken? Dann haben wir einen tollen Vorschlag für Dich zusammengestellt, wie Du tief in Cornwall und seine grandiose Küstenlandschaft eintauchen kannst:
Die Details findest Du in unseren Tourvorschlag für Cornwall. Die Tour verbindet viele der hier vorgestellten Orte zu einer bewährten Route und enthält darüber hinaus zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten sowie praktische Hinweise für die Reiseplanung.

Viel Spaß bei Deiner eigenen Reise in Südengland und vor allem in Cornwall!


















