Reisebericht Schottland: Einmal rundherum und mitten durch

Ja, die Website hier beschäftigt sich eigentlich mit Südengland, zeigt wundervolle Bilder aus diesem herrlichen Land und gibt viele Reisetipps dazu. Aber wir, die Macher von suedenglandreisen.com, schauen uns gerne auch mal andere Gegenden an. Und so hat es uns im Spätsommer 2017 für etwas über zwei Wochen nach Schottland für einen ersten Eindruck verschlagen. Hier ist unser Reisebericht dazu:

 

Die Idee

 

Wir möchten uns erst einmal einen groben Überblick verschaffen. Daher planen wir die Reise so umfangreich wie möglich und auch mit Gegenden, die etwas außerhalb der großen Touristen-Hotspot liegen. So geht es zumindest für einen Tag in die „Borders“ südlich von Edinburgh, aber auch in manch anderen Winkel Schottland. Dafür schaffen wir den hohen Norden jedoch nicht mehr und leider sind die vielen Inseln – vor allem die äußeren Hebriden – nicht mit dabei. Aber wir wollen ja auch künftig noch etwas vor uns haben.

Dafür sind wir in Edinburgh auf dem Royal Military Tattoo, besuchen Loch Lomond und die Trossachs, erleben das weltweit einzigartige Schiffshebewerk „Falkirk Wheel“ in Aktion, sehen das berühmte Glencoe-Tal in einer ganz besonderen Lichtstimmung, haben viel Zeit für Eilean Donan Castle, entdecken auf der Isle of Skye versteckte wunderschöne Ecken, befahren einen Teil der „North Coast 500„-Route mit Loch Ewe, besuchen Inverness und Perth, besichtigen Castles und eine Destillerie, wandern zu Wasserfällen und finden ganz durch Zufall beeindruckende Orte und Landschaften – sowohl an der Küste als auch im Binnenland. Zum Abschluß lockt noch einmal Edinburgh und dort vor allem South Queensferry mit der mächtigen Forth-Bridge. Alles in allem eine unglaubliche Masse an Eindrücken, tausende Fotos und eine wunderschöne Zeit, die wir nicht missen wollen.
Kommt einfach mal mit auf eine kleine gemeinsame Reise!

 

 

Edinburgh Royal Military Tattoo


Tag 1

Nach der Ankunft mit dem Flieger in Edinburgh am Mittag ging es ins Quartier und dann direkt in die nahe Innenstadt. Dort haben wir uns erstmal in Richtung der Newtown gehalten, sind am Book Festival vorbeigekommen und hatten tolle Blicke vom Hügelrücken in beide Richtungen. Im Princess Street Garden war ein Riesenrad aufgebaut, von dem aus man wunderschön über die Dächer der Stadt schauen konnte.

Edinburgh aus einer ungewöhnlichen Perspektive – von einem Riesenrad!

Weiter ging es in die Old Town hinauf zum Castle und dahinter zur Victoria Terrace, wo sich das „Oink“ mit seinem Pulled Pork-Sandwich (mit Haggis natürlich) geradezu versteckt. Aber ein Oink geht immer und der ist einfach super.

Die quirlige Victoria Terrace in Edinburgh

Gegessen haben wir unseren Oink am Grassmarket, wo wir dann erst The Vennel hinauf- und dann länger die Cowgate hinuntergegangen sind. Die St. Marys Street ging es wieder hinauf zur Royal Mile, um über die North Bridge wieder zur Market Street und via Princess Street Gardens und Haymarket zum Quartier zu kommen.
Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es wieder in die Stadt, diesmal aber ab Haymarket mit der Tram, denn wir hatten Karten für das Royal Military Tattoo im Castle. Die Stadt ist voll und die obere Royal Mile großräumig abgesperrt, aber auf uns warten reservierte Plätze im guten 5. Bereich weit oben.
Kurz: Die Show war sehr schön anzusehen, sehr kurzweilig und toll moderiert. 1.000 Musiker und Tänzer für 8.600 Zuschauer – das ist mal eine Quote!
Nach der knapp 1,5 stündigen Veranstaltung ging es dann direkt wieder ins Quartier zu Fuß – das Abendessen haben wir uns geschenkt.

Das Royal Edinburgh Tattoo 2017 vor dem prächtig beleuchteten Edinburgh Castle

Das Royal Edinburgh Tattoo 2017 – der Einmarsch der „Massed Pipes & Drums“

Das Royal Edinburgh Tattoo 2017 – ein prächtiger Anblick!

Das Royal Edinburgh Tattoo 2017 – Schottische Geschichte mit Wikingern

Das Royal Edinburgh Tattoo 2017 – unverzichtbarer Bestandteil sind die Tänzerinnen

Das Royal Edinburgh Tattoo 2017 – zu Gast waren unter anderem die japanischen Streitkräfte mit Drummer

Das Royal Edinburgh Tattoo 2017 – rund 1.000 Mitwirkende für ca. 8.600 Gäste.

Das Royal Edinburgh Tattoo schließt traditionell mit einem großen Feuerwerk.


The Borders


Tag 2
Nach der Übernahme unsers Leihwagens ging es bei sehr schönem Wetter Richtung Osten ins Land hinein. Erster Stop war „Scott’s View“ oberhalb des River Tweed und danach die Wallace Statue mitten im Wald. Eine wunderschöne Gegend, die uns sehr an unser geliebtes Südengland erinnert hat.

Scott’s View – der Lieblingsplatz von Sir Walter Scott

Auch die romantisch gelegene „Dryburgh Abbey“ war einen Besuch mehr als wert – kaum Besucher und Ruhe pur.

Die romantisch gelegene Ruine der Dryburgh Abbey

In Melrose, einem ganz lieben Ort, sind wir dann erstmal in Dalgetty’s Tea Room einen Cream Tea trinken gegangen. Durch eine kleine unscheinbare Tür ging es dann hinein in den Priorwood Garden, der durch seine phantastischen Obstbäume bestach. Die Äpfel waren fast genau reif und so was von einladend… Spannend auch der Imker, der gerade den Honig aus den Bienenstöcken geholt hat.

Priorwood Garden in Melrose – uralte Apfelbäume

Melrose Abbey vom Priorwood Garden aus gesehen

In die Ruine der Melrose Abbey nebendran sind wir nicht rein, dafür aber noch kurz in den Harmony Garden ein kleines Stück weiter. Der ist okay, aber keinen gesonderten Besuch wert. Noch ein kleiner Spaziergang in Richtung Fluß, stets mit den beiden Bergen „Eildon Hills“ im Blick und dann über eine tolle Straße (B6360) zum leider stillgelegten Leaderfoot Viaduct, den wir uns regelrecht erarbeitet haben. Schließlich weiter ins nette Städtchen Peebles ins Quartier und zum Stadtbesuch und Abendessen. Hier haben wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, gleich mal die schottische Nationalspeise „Haggis“ zu testen. Allerdings nicht pur, sondern als Chicken supreme, also mit Haggis gefülltes Hühnchen – zusammen mit einer Whisky-Pfeffersauce, knackigem Gemüse und Kartoffelpüree ganz hervorragend. Unbedingt mal probieren!

Tag 3
Ein mittelschöner Tag, der sich viel besser entwickelte als erwartet. Zuerst ging es durch das herrliche Tal des River Tweed die A7 entlang (Reisetip: Eine Kanutour auf dem River Tweed muß ein Traum sein!) und durchs Land – eine erst tolle Gegend, die dann leider etwas langweiliger wird.

unterwegs im Süden Schottlands

Unser erstes Ziel ist das „Falkirk Wheel„, mit dem die Kanalboote aus dem tiefliegenden Forth and Clyde Canal zum 11 Meter höher liegenden Union Canal hinaufbefördert werden und sich so eine endlose Schleusenanlage sparen. Dort angekommen erwischte uns ein intensiver Sprühregen, der aber so schnell vorbei war wie er kam. Dafür hatten wir dann tollstes Wetter, dieses weltweit einzigartige Schiffshebewerk in Aktion zu erleben.

Das Falkirk Wheel direkt nach dem Regenschauer

Das Falkirk Wheel in Aktion – mit der Drehung wird ein Boot von oben nach unten und gleichzeitig ein anderes von unten nach oben befördert.

Das Falkirk Wheel mit dem modernen Aquaeduct in voller Pracht

Das mit dem Falkirk Wheel nach oben beförderte Boot hat sich auf den Weg des sich im Rücken des Fotografen befindlichen Schiffstunnels gemacht.

Weiter ging es in Richtung Stirling, wo wir das Wallace Monument aus der Ferne toll sahen, aber leider nicht vernünftig fotografieren konnten (Fototip: Vom Randstreifen der nach Süden führenden M9 auf der Höhe von Stirling Castle aus sollte es perfekt sein – aber Sonnenstand beachten!).

Loch Lomond and the Trossachs National Park


Wir erreichen nun den Loch Lomond and the Trossachs National Park, wo wir über Aberfoyle und den tollen Duke-Paß nach Strossach Pier am Loch Katrine kommen. Dort haben wir mit der „Sir Walter Scott“ eine Bootsfahrt auf diesem schönen See gemacht, der sicherlich bald seinen Charme durch die immer näherkommenden großflächigen Abholzungen verlieren wird.

Loch Katrine im Loch Lomond & The Trossachs National Park

Die Sir Walter Scott auf dem Loch Katrine

Nach der Bootstour sind wir den „Three Loch Forest Drive“ gefahren, eine rustikale Fortstraße und haben wegen der bereits erwähnten Abholzungen (clear cuts würde man es in Kanada nennen, furchtbar!) die geplante Wanderung auf den Berg „Ben Venue“ ausgelassen.

Noch sind die Berghänge tiefbewaldet bis hinunter an die Seen. Nur: Wie lange noch?

Gar nicht schön: Die großflächigen Abholzungen zur Nutzholzgewinnung. Und wieso so etwas im Nationalpark?

Dafür sind wir dann in Brig o‘ Turk zum Dam-Road-Carpark gefahren (schwer zu finden, da nicht ausgeschildert) und haben eine kleine Wanderung zum Stausee (Glen Finneck Reservoir) gemacht – in einer Gegend wie auf der Hochalm in den österreichischen Alpen.
Unser Quartier war im nicht allzu weit entfernten Strathyre und das Abendessen haben wir im Lade Inn genossen. Zwar etwas überforderte Kellner, dafür eine schöne Bierauswahl und klasse Essen – plus guter Live-Musik an der Bar zum Schluss.

Tag 4
Nach ein paar Schnappschüssen vom morgendlich ruhigen Strathyre ging es dann los – wobei wir nicht weit gekommen sind. Da wies nämlich ein Schild zum Grab von Rob Roy und auch wenn der gleichnamige Film aus 1995 stammt ist das natürlich ein guter Grund, mal bei ihm vorbeizuschauen. Er ist auf dem Friedhof der kleinen Kirche von Balquhidder beerdigt, das Grab ist leicht zu finden.

Das Grab von Rob Roy in Balquhidder

Die Reste der Old Kirk (ja, hier verwendet man den skandinavischen Namen statt Church) von Balquhidder

Ein insgesamt wunderschöner ruhiger Ort in diesem Seitental. Wenn nur nicht immer wieder diese großflächigen Abholzungen wären, die das Gesamtbild doch extrem trüben…

Weiter geht es über die A85 gen Norden. Ein Stück nach der Lochearnhead und vor der Abzweigung nach Killin befindet sich ein herrlicher alter Viadukt der Eisenbahn, die auf der anderen Seite einst durch das Tal führte.
Ein kurzer Abstecher brachte uns dann nach Killin, wo ein sehr breiter Wasserfall inmitten des Ortes von einer alten Steinbrücke überspannt wird.
Zurück an der einsamen Tankstelle an der Kreuzung entdeckten wir, dass man dort zwar nicht mit den Kreditkarten zahlen kann (der deutsche PIN-Code wird im UK nicht akzeptiert), aber dafür sehr wohl mit der EC-Karte (Maestro). Was ein Glück, denn Automatentankstellen begegnen einem hier dann doch öfters.

Weiter in Richtung Loch Lomond ging es dann noch an den Falls of Falloch vorbei, die von einem kleinen Parkplatz aus (ziemlich gut besucht!) in wenigen Minuten erreichbar sind. Nett!

Die „Falls of Falloch“ im Loch Lomond and the Trossachs National Park

Bei Ardlui erreichten wir dann den viel besungenen Loch Lomond, der hier oben noch schmal und überschaubar ist.

Am nördlichen Ende vom Loch Lomond

Die Uferstraße entlang ging es nach Süden – mit viel Touristenverkehr und recht engen Kurven ein eher mühsames Unterfangen, das viel Zeit kostet. Mit ein paar Fotostops geht es nach Luss, das als nettes Dorf beschrieben wurde. Na ja, überfüllt und überbewertet könnte man es besser bezeichnen.
Wir schauen zu, Loch Lomond zu verlassen und fahren über die A817 ins Nebental des Loch Long und dort auf eher schmaler und sehr, sehr, sehr buckliger Piste zügig wieder nach Norden. Nach einem kurzen Stop und vergeblichem Nachmittagstee im Village Inn von Arrochar (the worstest service ever!) ging es auf der A83 weiter. Ein kurzer Fotohalt an einer alten Brücke unterhalb des „Rest and Be Thankful Commemorative Stone“ an der Butter Bridge gehört dazu.

Die Butter Bridge im Loch Lomond and the Trossachs National Park

Schließlich erreichen wir den Loch Fyne, wo wir den Crarae Garden besuchen. Der hat erfreulicherweise bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet – das Personal macht früher Feierabend, aber man kann sich gerne frei bewegen dort und soll notfalls die 6,50 GBP in die übliche Box werfen, wenn keiner mehr da ist. So können wir den Garten quasi als einzige Gäste in aller Ruhe genießen. Schade, dass die Rhododendren zu dieser Jahreszeit nicht mehr blühen, die sind ein riesiges Highlight dieses Gartens.
Danach geht es in Richtung Inveraray zur Übernachtung – der Ort ist klein, aber ganz lieb.

Denkmal in Inveraray am Loch Fyne


Tag 5

Schon beim Frühstück bei der mit einem sehr nett-schrägen Humor gesegneten Maggie (übrigens sehr preiswerte Zimmer!) begann es zu regnen, was dann bis zum frühen Nachmittag nicht mehr aufhören sollte. Ein intensiver, aber ganz feiner Regen.

Beeindruckende Sammlung von Waffen im Inveraray Castle

Wir sind zuerst ins Inveraray Castle mit dem dazugehörigen Garten gefahren und haben dann die nördliche Route nach Oban genommen. Vom Berg herunterkommend auf der A819 kommt dann links wunderschön die Ruine von Kilchurn Castle (ideal für Morgensonne-Aufnahmen!) in den Blick. Leider ziemlich wolkenverhangen…

Kilchum Castle am Loch Awe an einem ziemlich wolkenverhangenen Tag

Den Loch Awe ein ganzes Stück umrundend erreichen wir die Saint Conan’s Kirk, eine tolle Kirche aus den 1920er Jahren, die ganz anders anmutet als man es sich vorstellen mag. Sehr, sehr besichtigungswürdig, sogar mit Kreuzgang!
Interessant übrigens, dass hier in Schottland die Kirchen oft nicht als Church, sonden skandinavisch als „Kirk“ (auf schwedisch heißt es „Kyrka“, auf norwegisch und dänisch „Kirke“) bezeichnet werden.

Saint Conan’s Kirk am Loch Awe – ein ziemlich interessantes Bauwerk mit seinen extremen Stilmischungen

Den Tee im kircheneigenen Tea-Room haben wir ausgelassen und sind stattdessen weiter bis Oban und gleich noch weiter bis zum Arduaine Garden weiter südlich. Das direkt daneben liegende „Loch Melfort Hotel“  ist mit seinem Bistro übrigens DER Spot für Sonnenuntergänge!
Der Garten selbst hat im Frühjahr wunderschöne Rhododendren, jetzt war er trotzdem ganz spannend und wunderschön grün. Sehr lohnend! Und ebenfalls offen bis zum Sonnenuntergang – wir waren auch diesmal wieder fast alleine dort.

im Arduaine Garden

Auf dem Rückweg nach Oban konnten wir noch Fotostops in Kilmelford und oberhalb des Loch nan Druimnean einlegen, da das Wetter jetzt richtig sonnig wurde.

Der Loch nan Druimnean

Oban an der Westküste Schottlands

Oban selbst gilt als die „Hauptstadt des Seafood“, dementsprechend gibt es eine Vielzahl cin ein Fischrestaurant. Leider kein einziges, das ohne Reservierung freie Plätze mehr hatte (mindestens einen Tag vorher reservieren, das „Waterfront Fish House“ wäre unser Favorit), daher sind wir ganz einfach in die Fish Bar am Hafen zu Scallops und Fish Cakes sowie Whitebait gegangen. Letzterer war wirklich sehr gut, der Rest OK. Dafür war es außerordentlich preisgünstig!

Tag 6
Ein wunderbares Frühstück mit viel frischen Früchten vom Buffet läßt des Tag bestens beginnen. Das Wetter klart auch auf uns so starten wir mit der Fahrt nach Norden. Erster Stop ist Castle Stalker bzw. die Viewpoints dorthin.

Castle Stalker am Loch Linnhe

Weiter geht zur Brücke von Ballaculish, wo wir einen Rundfahrt um den Loch Leven starten. Ganz am Ende des Sees in Kinlochmore stellen wir das Auto ab und spazieren zu den Grey Mare’s Tail Waterfalls sowie zu einem Viewpoint.

Grey Mares Tail Waterfall in Kinlochmore

Loch Leven


Glencoe

Am anderen Seeufer des Loch Leven geht es zurück bis Glencoe und dann in das gleichnamige Tal hinein. Das ist der Höhepunkt des heutigen Tages und wir fahren durch das Glencoe nach Südosten bis unterhalb des Loch Tulla und retour, u.a. vorbei am Skiressort (!) – alles mit stets wechselnden Wetterverhältnissen.

im Glencoe – eine Atmosphäre wie auf 1.700 Metern Seehöhe in den Alpen

unterwegs durch das Glencoe (Glen = Tal)

im Glencoe – nur wenige Kilometer weiter wirkt die Landschaft gleich ganz anders

eine Nebenstraße im Glencoe (die Hauptstraße ist breit und intensiv befahren)

angeblich eines der meistfotografierten Häuser im Glencoe (na ja, so viele gibt es nicht…)

Die Wetterstimmung im Glencoe wechselt eigentlich jede Minute.

Eine geradezu mystische Stimmung im Glencoe

Eigentlich ein misslungenes Bild wegen der Wassertropfen – aber trotzdem irgendwie sehr stimmungsvoll

Ach ja: Das Glencoe gibt es auch mit Sonnenschein!

Schließlich schauen wir noch zu den kleinen Wasserfällen Clachaig Falls westlich vom Loch Achtriochtan. Dort bekamen wir von einem extra anhaltenden Einheimischen die Empfehlung, zum Wasserfall beim Loch Etive zu fahren, der sei wesentlich beeindruckender (er meinte wohl den „Skyfall“). Aus Wetter- und Zeitgründen haben wir davon aber abgesehen, stattdessen einen kleinen See (Torren Lochan) an der Nebenstraße nach Glencoe abgelichtet und schließlich noch einen kleinen Abendspaziergang rund um den Glencoe Lochan (einen weiteren See) gemacht.

Am Torren Lochan (Lochan = kleiner See)

Am Glencoe Lochan

Am Glencoe Lochan

Auf dem Weg nach Fort William

Schnell ging es dann weiter nach Fort William zum Quartier und abends zum Inder in die Stadt. Die hat eine gar nicht so ganz unnette Fußgängerzone, in der gerade die lokale Schülerkapelle der Pipes and Drums eine Stunde lang spielte – ziemlich gut übrigens!

Schülerkapelle in Fort William

Essen war gut und das Quartier wirkte wie das alte Haus der uralten Oma – zumindest roch es so und fühlte sich so an. Ein riesiges ziemlich leeres Zimmer, aber sehr sauber. Nur zu teuer für das magere Frühstück!

Tag 7
Genau das war es nämlich auch – unambitioniert. Aber gut geschlafen haben wir uns so ging es bei trockenem Wetter mit einigen Sonnenstrahlen früh los zu den „Neptune’s Staircase“, einem Flight von 8 Schleusen des Caledonian Canal. Wir hatten Glück und es wurde gerade ein ziemlich großes Segelboot durchgeschleust. Leider ist die Steigung nicht so steil wie in Devizes und so konnten wir leider nicht gut fotografieren.

Neptune’s Staircase bei Fort William – eine Schleusentreppe des Caledonian Canal

Es durchfahren durchaus größere Schiffe den Caledonian Canal und durch Neptune’s Staircase

Weiter unten am Bahnhof mündet der Canal in den Loch und hier konnten wir nochmal ein paar Bilder machen – auch von dem Schiffswrack am Ufer des Loch.

Schiffswrack am Loch Eil

Da es nun aber heftig zu schütten anfing, machten wir uns weiter auf den Weg nach Glenfinnan. Dort unweit von dem Monument (NT for Scotland) geht ein asphaltierter Weg von einem zweiten kleinen (kostenfreien) Parkplatz nach hinten hinein, der zum berühmten Glenfinnan-Viadukt führt. Pünktlich um 10:44 h (und damit 10 min. früher als beschrieben) fuhr der „Hogwarts-Express“, nein, der Jacobite über die Brücke. Wir waren zum Glück rechtzeitig da mit einer ganzen Masse anderer Schaulustiger, die alle im strömenden Regen ausharrten.

Am Glenfinnan Viaduct – man wartet auf dem Hogwarts Express im strömenden Regen

Und hier kommt der Zug – ob Harry Potter wirklich drinsitzt?

Der „Hogwarts Express“ auf dem beeindruckenden Glenfinnan Viaduct

Eigentlich ist es der „Jacobite“ und er fährt 1-2 Mal täglich zwischen Fort William und Mallaig.

Ganz in der Nähe (ca. 10 min. zu Fuß) am Loch Shiel steht das Glenfinnan Monument, das man auch besteigen kann

Kaum war der Zug vorüber, endete auch der Regen. Wir nutzen die Gelegenheit für Fotos vom Glenfinnan-Monument und fuhren dann bei deutlich schönerem Wetter die Hauptstraße vermeidend über eine kleine Seitenstraße (B8008). Etwas Umweg, aber absolut lohnend angesichts der schönen Buchten und weißen Sandstrände!

Das sind die Farben Schottlands, wenn nach dem Regen die Sonne durchkommt!

Würde man solche „überfüllten“ Strände mit weißem Sand in Schottland vermuten?

Unser Zwischenziel Mallaig war als nicht ganz so toll beschrieben, stellte sich aber als recht nett heraus. Toll und sogar wirklich herausragend war das „Bakehaus“ mit der netten deutschsprachigen Mitarbeiterin, bei der wir einen der besten Fruit Scones ever (!) bekamen.

Ein Shakespeare-Fan hier in Mallaig?

„Dort liegt die Isle of Skye, mein Kind!“

Danach ging es auf die „Calmac“ (ein Schiff der Fährgesellschaft Caledonian MacBrayne) für die Fahrt auf die Isle of Skye – in unserem Fall eine richtig einfach-rustikale Autofähre, die man eher an einem Fluß erwarten würde.
Auf der Fahrt kam die Sonne dann richtig raus und auf Skye hatten wir wunderschönsten Sonnenschein mit einem spannenden Himmel.


Isle of Skye

 

An der Ostküste der Isle of Skye bei Armadale

Von Armadale sind wir dann erst in Richtung Norden gefahren, haben uns dann aber entschlossen umzudrehen und die kleine Seitenstraße nach Ord, Tokavaig und Tarskavaig (und zurück) zu fahren. Eine ideale Entscheidung angesichts der wunderbaren Fotoplätze.

Auf dem Weg in eine für die Isle of Skye ungewöhnlich touristenarme Gegend.

Kleine Straßensperre – der Hirtenhund macht seine Arbeit!

Hier sind wir beim Ort Ord

Im Hintergrund ragen die schroffen Cuillin Hils auf.

Eine sich ständig ändernde Landschaft.

Und auch das ist typisch: Abseits jeder Ansiedlung einsam stehende Telefonzelle und Briefkasten. Man sieht dem Lack an, dass sie schon sehr lange hier stehen…

Eine wirklich unglaublich schöne Gegend hier auf Skye!

an der Sligachan Old Bridge

Wir haben fast 2 Stunden gebraucht und sind dann mit einem weiteren Zwischenstop an der alten Brücke von Sligachan nach Portree zu unserem Quartier gefahren. Sehr in Ordnung!

bei Portree auf der Isle of Skye

Gar nicht in Ordnung war aber, dass Portree von Touris überfüllt ist und alle Lokale auch. Die nehmen nicht einmal Reservierungen an und es stehen lange Schlangen von Leuten, die auf einen Tisch warten. Das machen wir ganz sicher nicht! Nach langer Suche haben wir uns dann einfach beim Co-op ein marokkanisches Couscous und einen Red-Pepper-Humus mit Brot und Oliven gekauft, das wir dann in aller Ruhe im B&B verzehrt haben.

Tag 8
Die Nacht war regnerisch und beim Frühstück fällt es noch immer nass vom Himmel. Dafür ist das (fast) full scottish breakfast mit einem der besten Hams ever und tollen Würsteln ein echter Genuss.
Kaum hat der Regen aufgehört, wollen wir losfahren – kommen aber nur einige hundert Meter weit bis zum Strand, wo wir erstmal eine morgendliche Fotosession mit kurzem Spaziergang einlegen.

Der Hafen von Portree auf der Isle of Skye

Dann geht es die A855 gen Norden, wo unser erster Fotostop am Loch Fada sehr erfolgreich ist – wir aber auch die Midges (Mücken) erstmals so richtig kennenlernen. Von letzteren sind wir bislang nämlich fast komplett verschont geblieben.

Loch Fada auf der Isle of Skye – im Hintergrund der Old Man of Storr

Impression am Loch Fada – Ruhe pur.

Vorbei am Aufstieg zum Old Man of Storr (die charakteristische Säule des Hausberges von Portree) mit einem heillos überfüllten Parkplatz ging es im strömenden Regen vorbei und auch die Bride’s Viel Waterfalls sind deshalb im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen.
Dafür war es kurz danach schon wieder trocken („if you don’t like the weather just wait ten minutes“) und so konnten wir die Lealt Falls in diesem tollen tief eingeschnittenen grünen Tal von oben besichtigen, ebenso die alte Kieselguhr-Mine. Tipp bei etwas Zeit: Eine Wanderung von dort zum Loch Liuravay durch das Tal ins Binnenland, dem alten Weg der Minenarbeiter nach.

Lealt Falls auf der Isle of Skye

Noch ein Abstecher zum sehr überbewerten Mealtrock-Wasserfall beim Kilt Rock und dann waren wir in Staffin am Strand, wo wir unseren mitgebrachten Tee mit Biscuits genossen haben.
Weiter ging es nun über eine schmale (und schmal heißt hier schmal – einspurig mit Ausweichen!) Verbindungsstraße quer durch die Berge mit einer richtigen Paßstraße, tollen Ausblicken und zwei Autos, die so in ein Loch gefallen sind, dass ein Rad weit nach oben stand.

Uups – da war ein Schlagloch! Mt vereinten Kräften konnte aber geholfen werden.

Paßstraße nach Uig auf der Isle of Skye

Hochgebirgslandschaft!

Moorlandschaft, immer wieder unterbrochen von Flüssen mit torfigem Wasser

Uig auf der Isle of Skye

Nach vielen Fotostops waren wir dann in Uig (hinter einem Linienbus eine Paßstraße hinab nachfahren ist super, der macht echt den Weg frei!), von wo es die A87 wieder nach Süden hinunterging. Über die A850 ging es westlich nach Dunvegan (das dortige Hotel ist echt aus der Zeit gefallen!) und weiter auf der kleinen B884 einspurig durch zwar verstreut, aber gar nicht wenig besiedeltes Land.

unterwegs auf schmalen Straßen auf der Isle of Skye

Freundliche Anwohner!

A land of living skies – the Isle of Skye

Immer wieder Seen und Burgen

Es dauert lange und schließlich ist eine grandiose Landschaft an der Westküste von Skye erreicht. Hier liegt Neist Point, ein Ziel sehr vieler Touristen. Da es schon bald 16 Uhr ist, finden wir aber wunderbar einen Parkplatz und marschieren die rund 20 Minuten bergab und bergauf (gut befestigter Weg!) zum Lighthouse. Mit etwas weitem Umweg erreichen wir dann auch die Klippen unterhalb und können im allerschönsten Licht unsere Fotos machen.  Herrlich!

Phantastische Buchten hier auf der Westseite der Isle of Skye

Unser Ziel: Der Leuchttturm von Neist Point

Lighthouse at Neist Point (Isle of Skye)

Zurück am Auto ist es schon kurz vor 18 Uhr und wir versuchen in Dunvegan, im entzückenden (tolle Einrichtung!) „Old School Restaurant“ ein Tisch zu bekommen – leider wie gestern abend auch unmöglich! Fast finden wir uns damit ab, in Portree erst um kurz vor 9 Uhr abends Essen gehen zu können, als uns auf dem Rückweg ein Schild zum „Stein Inn“ auffällt. Die fünf Meilen extra fahren wir gerne und voilá: Ein ganz nettes altes Inn am Kai in der schönsten Abendsonne und einen Tisch für uns gibt es auch!
Zum Abschied gab es draußen noch einen herrlichen Sonnenuntergang, bevor es die 45 Minuten heim nach Portree ging.

Sonnenuntergang in Stein auf der Isle of Skye

Trotz der Palme: Wir sind in Schottland!

Einfach unbeschreiblich schön

Tag 9
Der Morgen beginnt sonnig und warm, was sich aber leider so nicht fortsetzen sollte. Unser Weg führt uns zunächst quer über die Isle  of Skye (B885) nach Bracadale und von dort zur Talisker Bay (ja, das ist die mit dem Whisky). Am Ende der üblichen schmalen Straße parkt man sich an die Seite und geht ca. 20 min. sehr schön zu Fuß zum eigentlichen Strand. Steinig und sandig, wunderschön und sehenswert! Das Pärchen, das im Zelt dort übernachte, hat es vollkommen richtig gemacht.

Idylle pur an der Talisker Bay: Tiefgrüne Wiese mit Schafen, dahinter tiefblaues Meer und rechts an den Felsen rauscht ein Wasserfall… Gibt es einen schöneren Platz, um die Nacht zu verbringen?

Talisker Bay auf der Isle of Skye

Stranddetail

Auf dem Rückweg schauten wir noch kurz bei der bekannten Talisker Destillerie vorbei, waren aber nicht drin – das Wetter war einfach zu schön, wir wollten weiter.

Die bekannte Talisker Distillery

unterwegs auf der Isle of Skye

Kann man schöner sitzen?

unterwegs auf der Isle of Skye

Zurück an der Hauptstraße ging es dann weit nach Süden, wo wir dann bei Broadford abgezweigt sind, um in Richtung Elgol zu fahren. Die verfallene Kirche mit dem schönen Friedhof auf dem Weg war sehenswert, der See daneben weniger und danach gab es eigentlich nur noch ein nettes Fotomotiv.

Verfallene Kirche an der Straße nach Elgol

abgelegener Friedhof auf der Isle of Skye

Das Haus muß schon lange Geschichte sein, so groß wie die Bäume sind…

Wir entschieden uns für die Umkehr und entdeckten durch Zufall ein einsames Bankerl. Das war unser für den Tee (der Kauf der Thermosflasche in Oban hat sich mehr als bezahlt gemacht!) und  Croissants vom Frühstück als kleinen Snack.

Mittagssnack

Ein Tipp (von Stephan Goldmann aus einem seiner Bücher) war noch die Straße nach Kylerhea (sprich: Keila-Rhie) mit erst unspektakulärem Beginn, die sich dann aber zu einer ausgewachsenen Paß- und Hochalpenstraße entwickelte. Grandiose Wegführung, phantastische Ausblicke – kurz, die Straße sollte man unbedingt gefahren sein.
Am Ende ist die Minifähre (max. 6 Autos und 12 Personen) aufs Mainland erreicht. Die nahmen wir aber nicht, sondern fuhren ein Stück den Berg hinauf zu einem Waldparkplatz, von dem man in 1 Meile Entfernung ein Tier-Beobachtungshäuschen („Hide“) erreichte. Tolle Blicke abwärts in die Bay begleiteten den Weg.

Die unglaublich spannende Straße nach Kylerhea auf der Isle of Skye

Am Ende der Straße in Kylerhea lädt ein besetzter Vogelbeobachtungsstand zum Besuch ein

Zurück ging es wieder diese tolle Straße zurück und dann nach Kyleakin direkt neben der großen Skye Bridge. Letztere wurde erst 1995 eröffnet und bis dahin kam der Haupt-Fährverkehr vom Festland hier in Kyleakin an. Das Städtchen ist seitdem in Bedeutungslosigkeit verfallen, aber irgendwie ganz lieb.

Kyleakin auf der Isle of Skye

Kyleakin hat noch immer eine kleine aktive Fischerei – hier kommt der „catch of the day“

Die Skye Bridge in ganz speziellem Licht


Der Norden

 

Über die Skye Bridge (für die seit 2004 keine Brückenmaut mehr erhoben wird) geht es mit tollen Ausblicken aufs Festland und weiter nach Dornie an den Loch Duich. Dort liegt das bekannte Eilean Donan Castle, das uns den ganzen Abend beschäftigen sollte. Der Hunger trieb uns gleich um 6 Uhr zum Essens in Dornie Hotel, das ureinfach eingerichtet ist, aber eine herausragend gute „Cullen Skink“ (eine dicke Fischsuppe, ähnlich der Sea Chowder in Schottland) mit unendlich viel Räucherfischeinlage hatte.
So gestärkt verbrachten wir den restlichen Abend bis zwanzig vor zehn mit Fotografieren des Eilean Dunan Castle.

Eilean Donan Castle

Der Abend bricht herein…

Eilean Donan Castle im warmen Licht direkt vor Sonnenuntergang

Eilean Donan Castle

Eilean Donan Castle


Tag 10

Zuerst ging es kurz nach Süden, um die Bergkette der „Five Sisters“ zu fotografieren – was jedoch lichtmäßig vollkommen uninteressant war. Lediglich ein gestrandetes Fischerboot war fotogen genug… Lieber ging es gleich wieder nach Norden, am Castle vorbei und dann auf einspuriger Straße durch tolle Gegend nach Plockton. Das ist ein supernetter Fischerort mit tollen Lokalen, in dem wir gerne länger – mindestens über Nacht – geblieben wären. Leider ging sich nur ein ausführlicher Rundgang aus mit Abstecher zum Bahnhof und zum noch in Renovierung befindlichen Duncraig Castle.

Plockton, ein total netter Ort, in dem wir gerne länger geblieben wären.

Leider ist gerade Ebbe. Aber es gibt eine bei jeder Tide verkehrende Bootsrundfahrt.

Auch Plockton ist ein noch immer aktives Fischerdorf.

Duncraig Castle soll 2018 als hochwertiges Hotel wieder aufsperren. Vielversprechend, ohne Frage!

Die Straße führt dann wunderbar die A890 über viele Meilen am bewaldeten Ufer des Loch Carron entlang. Wir wechseln auf die A896 und wollten auf einem kleinen bewaldeten Rastplatz am See unseren Tee nehmen. Leider war die einzige Bank gerade besetzt. Also ging es weiter – zum Glück! Denn so kamen wir nach einem traumhaften Straßenstück kurz vor Shieldag am kleinen See Loch Dughail vorbei, wo wir am Flußufer kurz vor dem See ein herrliches Platzerl auf einem Stein fanden. Schöner konnten wir kaum Tee und die in Plockton gekauften Scones genießen.

along the road in Scotland

Loch Dughail – das Blau ist einfach unglaublich.

Shieldaig

Am Upper Loch Torridon

Weiter ging es an Shieldag vorbei, noch schön am Upper Loch Torridon entlang und dann hinein ins Glen Torridon. Das ist von der Landschaft her ganz anders, richtig karg gegen das zuvor Gesehene. Auf wieder einspuriger Straße geht es zusammen mit vielen Fahrradfahrern (es war ein Radrennen unterwegs) und schwierigen Überholmanövern nach Kinlochewe und dann die A832 nordwärts weiter, am großen Lock Maree entlang. Die Landschaft – gerade ab Gairloch – wird immer spezieller: Karge Berge und Moorlandschaft und dazwischen immer wieder tiefblaue Seen in einer Farbe, die man sich so intensiv kaum vorstellen kann.

Strand bei Gairloch

Poolewe am Loch Ewe

Wir erreichen schließlich Poolewe, unser heutiges Ziel. Hier besuchen wir den Inverewe Garden des NTS, der erfreulicherweise auch bis 21 Uhr offen ist – sofern man bis 17 Uhr drin ist oder die offene Seitentüre kennt, aus der man auch raus kommt. Ein Besuch auch nach der Schließen des Kassabereichs ist absolut zulässig, man soll nur Geld in die Donation Box einwerfen. Der Garten selbst hat einen sehr schönen ungewöhnlichen und langgestreckten Walled Garden (wobei eine Seite der Loch Ewe ist) und einen netten Waldbereich. Die Rhods – die oft erst Mitte/Ende Mai blühen hier oben – sind im Frühjahr das Highlight des Gartens. Insgesamt ein schöner Abendspaziergang.

Im Inverewe Garden

Damit geht es dann weiter zu unserem B&B „Ach Da Thearnaidh“ (The Place between two descents), das übrigens das reale Haus von Kay Mathieson war – einem der vier schottischen Studenten, die Weihnachten 1950 den „Stone of Destiny“ aus der Westminster Abbey in London stahlen und nach Schottland zurück brachten. Viele dürften den gleichnamigen Film von 2008 kennen. Ein sehr nettes Haus mit Marie und Greg als zwei unglaublich charmanten und umsorgenden Hosts, das auf jeden Fall einen erneuten Besuch rechtfertigt. Wir haben ein ganz tolles Dachzimmer mit Mini-Kitchenette und Blick auf den Loch Ewe.

Abendstimmung am Loch Ewe

Abendessen war dann (freundlicherweise von unseren Hosts vorreserviert) im Poolewe Hotel. Es ist ohnehin sehr auffallend hier oben: Anders als in Südengland gibt es kaum nette Pubs, Inns oder Arms, sondern vor allem Hotels mit Bar und oft auch Dining Room. Allerdings fehlen die klassische Gemütlichkeit und der Charme der uralten Pubs des Südens, es ist alles viel einfacher. Das Essen selbst mit dagegen komplett vergleichbar.
Zurück im Quartier erwarteten uns vor der Tür ein Lemon Cake und ein Fruit Loaf – wunderbar, wären wir nur nicht so satt!

Das erwartete uns bei der Rückkehr vom Abendessen im B&B („man hat ja nach dem Essen manchmal doch das Gefühl, noch etwas zu brauchen…“, so Greg, unser Host.


Tag 11

Wir erwachen nach einer wunderbaren Nacht mit Blick durch die tiefen Dachfenster auf den Loch Ewe und das dahinterliegende Bergpanorama. Herrlich!
Das Frühstück spielt alle Stückerln – Greg und Marie haben aufgetischt und sind wirklich entzückende Gastgeber! Mit netter Plauderei, einem kleinen Abschiedsgeschenk an uns und von unserer Seite sehr viel Bedauern geht es für uns weiter. Wir wollen trotz des nicht sonnigen Wetters eine Bootsfahrt machen, entscheiden uns aber leider gegen die Fahrt mit dem Boot des Gairloch Marine Life Centre, auch wenn das ideal gewesen wäre. Aber zurückfahren wollten wir halt nicht… Also geht es nach Norden die A832 weiter mit einem Stop am Strand von Guinard Bay bis nach Ullapool.

Strand von Guinard Bay

Das ist ein nicht unbedeutender Fährhafen und eigentlich gibt es hier sogar drei Anbieter von Bootstouren. Es wäre aber nur ein High-Speed-Boot heute gefahren und das wollten wir nicht. Im TIC (dem offiziellen „Tourist Information Centre“) war das Mädel außerordentlich hilfreich und hat noch weitere Anbieter in umliegenden Orten angerufen, aber die einen waren ausgebucht und die anderen sind aufgrund des inzwischen sehr starken Windes nicht gefahren. Egal, haben wir die Bootsfahrt begraben und sind im Bookshop stöbern gegangen.

Auf der Rückfahrt sind wir zuerst beim Lael Forest Garden (hat nichts mit einem Garten zu tun, es sind einfach markierte Waldwege) der Forestry Commission an einem kleinen Wasserfall wandern gewesen und haben dann spontan unseren Tee nicht auf diesem Picknickplatz genommen, sondern sind in einem keinen Kilometer entfernten Craft Shop mit Teeroom gelandet. Der wieder war so nett und mit einer tollen Kaffeemaschine ausgestattet, dass wir uns spontan für einen echten Nachmittagskaffee (urgut!) mit Flapjack und zwei weiteren Leckereien entschieden haben. Gute Wahl!

Danach ging es zu den nahen Falls of Mesach in der Corrieshalloch Gorge vom NTS. Der Zugang ist frei, aber leider ist wenige Tage zuvor die tolle Hängebrücke aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. So war kein Blick in diese supertiefe und schmale Schlucht möglich. Wir haben trotzdem einen wunderschönen Rundgang dort gemacht und sind danach von der anderen Seite ein wenig durchs Gebüsch (eigentlich ein ganz einfacher Zugang von der Straße) und so ziemlich gut an die sonst nicht sichtbaren eigentlichen Wasserfälle herangekommen. War cool!

Allerdings gilt auch hier in der Gegend, dass die die ständigen Clear-Cuts der Wälder das eigentlich schöne Bild sehr trüben.

Blick in die Corrieshalloch Gorge

Leider auch hier wie fast überall großflächge Abholzungen, dass einem das Herz blutet.

Am Black Water River vor Garve

Nun ging es in ziemlich trüben Wetter die A835 Richtung Inverness. Am Black Water River vor Garve haben wir dort noch die Stimmung sehr schön einfangen können und sind dann die Straße weiter eigentlich mehr durch Zufall bei den Rogie Falls gelandet. Vom Parkplatz aus ging es einen schönen Weg zum Black Water River, wo die ziemlich imposanten Rogie Falls sowohl von einer Hängebrücke als auch vom Ufer aus sehr schön zugänglich sind. Für uns die tollsten Wasserfälle, die wir hier in Schottland gesehen haben!

Hängebrücke über die Rogie Falls

Rogie Falls

Auch dieser Herr ist wie wir fototechnisch unterwegs

Eine kurze vergebliche Suche nach einer alten Brücke haben wir abgebrochen und sind nach Inverness in unser Quartier gefahren. Sehr zentral, nur 10 Minuten zu Fuß von der High Street entfernt in einem schönen ruhigen Viertel und noch dazu etwas zurückgesetzt wohnen wir sehr angenehm. Nach dem Check Inn geht es in die Stadt zu einem Rundgang und dann etwas Abendessen. Die sehr gute Empfehlung konnten wir leider nicht nutzen, da es Plätze nur gegen Reservierung gibt (wieder einmal, so etwas haben wir in Südengland nie erlebt!). Da sind wir dann eben zum (sehr authentischen) Spanier lecker Tapas essen gegangen. Auch sehr nett!

 

Zwischen Inverness und Perth


Tag 12

Nach einem guten Frühstück ging es zuerst ein Stück nach Osten auf der B9006 entlang, als uns rechts ein Viadukt auffiel, der Culloden Viaduct. Den konnten wir natürlich nicht auslassen, bevor wir nach Cawdor (lieber kleiner Ort) und vor allem Cawdor Castle gekommen sind. Zum Glück sind wir erst bei schönem Wetter durch den Park und ein Stück den Woodland Trail entlang gegangen (Tipp: Es gibt mehrere und auch recht lange Walks, die alle entlang eines Tales beginnen – lohnenswert!), denn kaum im Castle drin, fing es draußen zu schütten an.

Der Culloden Viaduct östlich von Inverness

Zurück in die Vergangenheit in Cawdor

Die Zufahrt zu Cawdor Castle

Cawdor Castle

Danach ging es mit dem Auto quer über Land, wunderschön auf kleinen Straßen durch eine herrliche Landschaft nach Clunas und weiter, bis wir durch Zufall auf die mächtige Dulsie Bridge stießen. Am nahen Parkplatz unternahmen wir einen Spaziergang, der uns bis hinunter an den Fluß führte – traumhaft!

unterwegs

Dulsie Bridge an der alten Military Road

Über die A939 ging es dann sehr schön bis Grantown-on-Spey und mit einem Tee gestärkt weiter über die A95 zur A9. Auf dieser folgte ein langer Weg durch die Grampiens, eine sehr einsame und abweisende Bergwelt, bis wir bei Killiecrankie bei der Brücke über den River Tummel einen kleinen Spaziergang zur nahen Fußgängerbrücke machten („Linn of Tummel Trail“). Es ist ein tief eingeschnittenes Tal, bis hinunter bewaldet und wunderschön.

Linn of Tummel Bridge – eine beeindruckende Schlucht

Am Linn of Tummel Trail – tiefgrüne Wälder und viel Moos

Am Parkplatz entdeckten wir dann einen Hinweis auf den am gleichen Abend stattfindenden Highland Night. Dazu aber später mehr. Wir fahren die A827 dann noch bis zum Queen’s View, wo wir einen tollen Blick auf den Loch Tummel in einem ganz besonderen Licht hatten. Danach ging es endlich in unser Quartier in Pitlochry.

Queen’s View im Gegenlicht

Queen’s View – eine tolle Gegend, die schon Queen Victoria begeistert hat. Leider ist das Wetter heute nur bedingt königlich.

Queen Victoria und ihr Briefkasten

 

Aber wir wollen auf die Highland Night. Dazu ging es die paar hundert Meter in den Ort hinein, wo wir uns beim Coop einen schnellen Snack kauften und fuhren dann mit dem Auto zum Recreation Ground, wo das Spektakel stattfinden sollte. Und als Besonderheit: Wer wollte, durfte mit dem Auto auf den Sportplatz (!) fahren und aus diesem die Vorstellung genießen. Das hieß: Auf einer Seite die natürliche Zuschauertribüne und auf der anderen die Autos. Schräg!
Die Vorstellung war mit 7 Pfund günstig und durchaus nett – der Abend überraschte mit fast-Vollmond, wolkenlosem Himmel und aufsteigendem Nebel. Ein Traum für Fotografen wie uns, die sich quasi hinter dem Auto frei bewegen konnten.
Zum Abschluss ging es hinter der Drum & Pipes Band zurück in den Ort und wir genossen noch ein Bier im McKays Hotel an der netten Bar.

Vielversprechendes Wetter für den Highland Evening

Tanzvorführung auf dem Highland Evening in Pitlochry

 


Tag 13

Nach einer erstaunlich guten Nacht trotz direkt nebenan liegender Eisenbahnstrecke und einem akzeptablen Frühstück ging es zuerst kurz rein nach Pitlochry und ins nebenan liegende Moulin, wo wir der winzigen Gasthausbrauerei einen kurzen Besuch abstatteten und mit dem Braumeister (= Mechaniker = Verkäufer) kurz plauderten. Immerhin 1.200 Liter pro Woche werden produziert, die komplett von den zwei Hotels zu denen die Brauerei gehört verbraucht werden.

 

In der Micro-Brewery von Moulin

Wir aber wollten härtere Sachen als Bier, also ging es gleich zur Öffnung um 10 Uhr zur Edradour Destillerie, der kleinsten bestehenden schottischen Destille (kleiner geht nicht, denn per Gesetz dürfen die Apparaturen nicht kleiner sein). Und sie ist die letzte, die diese noch einsetzt. 5 Mann wuppen die gesamte Produktion. Derzeit verdoppeln sie den Ausstoß von 1 auf 2 große Fässer pro Tag, indem sie eine neue Anlage nebenan bauen, die 1:1 der bisherigen Anlage entspricht. Eröffnung soll Ende 2017 sein und in 10 Jahren – so lange lagert deren Whisky mindestens – wissen wir, ob es funktioniert.
Wir haben eine Führung mit Tasting (am Anfang sogar!) genommen, die total nett war. Jederzeit gerne wieder – und das gesamte Anwesen ist einfach wundervoll!

Edradour Distillery, die kleinste Destille Schottlands

Der Reichtum der Destillerie – die lagernden Fässer. Vor Ablauf von zehn Jahren kommt hier keines raus!

 

Da uns die ganze Gegend so gut gefällt fahren wir nochmal am Queen’s View vorbei am Loch Tummel bis an Ende bei Tummel Bridge und dort nach Süden durch sehr unterschiedliche Landschaften. Unerwartet und nach kurzem Regen im schönsten Sonnenschein kam Castle Menzies in den Blick, das wir spontan besuchten (unspektakulär, aber irgendwie lohnend) und im kleinen Tea-Room unseren Tee nahmen.

Castle Menzies

Im Castle Menzies

 

Danach kamen wir auch nicht weit, denn jetzt fuhren wir durch den ganz lieben Ort Aberfeldy mit seinem restaurierten Kino aus den 1930er Jahren im Ortszentrum.

Brücke bei Aberfeldy

Aberfeldy mit seinem Kino aus den 1930er Jahren

unterwegs

Ein Lost Place im nichts: Das 1714 erbaute „Amulree Hotel“, ein Lonely Inn.

Über die A826 und A822 ging es dann schnell weiter südwärts durch schöne Landschaft nach Crieff und Drummond Castle. Das Castle selbst ist nicht zu besichtigen, hat aber einen berühmten formalen Garten, der an Versailles erinnern soll. Das beeindruckendste waren aber die 2 km lange Baumallee als Zufahrt (sensationell) und das Castle im schönsten Sonnenlicht vor blauem Himmel. Der Garten war von oben toll anzusehen.

Zufahrt zu Drummond Castle Gardens

Drummond Castle (das jedoch nicht zu besichtigen ist)

Drummond Castle Gardens

Drumherum hat die Landschaft jetzt stark gewechselt und ist sehr leicht hügelig und lieblich, eigentlich wie Südengland.
Über die A85 ging es dann direkt nach Perth ins Quartier. Die Innenstadt von Perth (Fußgängerzone) war vollkommen ausgestorben. Unser Abendessen im sehr netten Bothy war dafür üppig: Cullen Skink und Haggis sowie Scallops und einer Art Pulled Pork als Beef Wellington.

 

Nordöstlich von Edinburgh


Tag 14

Ein sehr gutes Frühstück, eine nette Plauderei mit unseren Hosts und die Sonne scheint – so beginnt der Tag richtig. Wir verlassen Perth und halten uns ostwärts.
Erstes Ziel des Tages ist St. Andrews, das wir über Landstraßen ansteuern. Auf dem Weg dorthin machen wir in Cupar halt, das ein nicht unnettes Einkaufstädtchen ist. Hier wollten wir eine Zeckenpinzette besorgen, da sich einer von uns einen kleinen „Freund“ eingefangen hat. Die Apotheke hat so was nicht, weil man es nicht braucht (!) und will auch kein Desinfektionsmittel abgeben. Der Ironmonger hat auch kein entsprechendes Werkzeug, erst im Tierprodukte-Geschäft bekommen wir eine Zeckenzange für Hunde. Besser wie nichts! Der unverzügliche Einsatz ist erfolgreich (auch weil sich die Zecke beim Berühren aus eigener Kraft entfernt).

Endlich in St. Andrews angekommen sind wir schwerstens begeistert. Eine supernette Universitätsstadt (hier lernten sich Kate und Prinz William beim Studium kennen!), die ein ganz klein wenig mit ihren Uni-Campi an Oxford erinnert – aber natürlich viel weniger mondän. Die Reste von Castle und Kathedrale sind malerisch am Meer und in der Mitte die tolle Haupteinkaufsstraße hat einfach Flair. Es ist gut was los, aber nicht voll und schon gar nicht hektisch. Man sitzt auf der Straße, genießt die Sonne – alles super entspannt. Dazu wunderschöne Bebauung, die Stadt ist auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert.

Uni-Campus in St. Andrews

St. Andrews Castle

Innenstadt von St. Andrews

 

Die Kirche von Boarhill

Impressionen am Weg

Schon bisher hatten wir heute auch von der Landschaft her das Gefühl, eher in Südengland zu sein als in Schottland und dieses Gefühl sollte sich noch verstärken. Denn nun haben wir die vier kleinen Fischerorte besucht, die ganz nahe beieinander liegen und doch unterschiedlicher kaum sein können:

 

Crail ist total verschlafen, wir haben an einer netten Allee geparkt und sind runter zum Hafen. Erstaunlich viel (na ja, irgendwie schon) Lokale gibt es und der Hafen ist winzig. Aber superschön von den Häusern (vorrangig Steinhäuser) her! An einem kleinen Verkaufsstand gibt es frisches Seefood und wir holen uns eine Lobster-Roll (doppelter Preis von der Crab-Roll, aber der Geschmack ist wirklich besser), die wir dann in der Sonne an der Kaimauer verspeisen.

Der Hafen von Crail

 

Anstruther ist beim Hereinfahren erstmal ein kleiner Schock angesichts der Semi-Hochhäuser. Davon abgesehen ist es aber ganz nett und der mit Abstand größte und touristischste Ort. Es gibt eine recht große Marina und viele Lokale und Geschäfte an der Promenade und im Ort selbst. Fast nur alte schöne Häuser!

Am Hafen von Anstruther

 

Pittenweem direkt daneben ist das genaue Gegenteil: Ein Working Harbour mit deutlich weniger Charme – aber klein genug, um immer noch irgendwie nett zu sein. Dazu einfach alt – die uralte Kaimauer, die alten Häuser…

Der Working Harbour von Pittenweem

 

St. Monans ist wieder ganz ruhig, aber anders als Crail. Der Hafen ist größer und unweit steht sogar eine Windmühle. Spannend auch der alte Meerwasser-Swimmingpool, der ins Meer hinein gebaut ist.

Der Hafen von St. Monans

Bei St. Monans: Die Windmühle und das alte Seeschwimmbad

 

Elie schließlich hat eigentlich gar keinen Hafen, sondern eine Bucht mit Sandstrand. Und hier ist das Ship Inn, bei dem man draußen direkt am Strand westwärts sitzen kann – also perfekt für den Sun-Downer! Ist laut Website auch innen total nett, auch die Zimmer. Als Idee für das nächste Mal!

Die Straße in Elie führt direkt ins Meer

Nach dem Abendessen in Anstruther zurück an der Promenade und einem exzellenten Abendessen ging es nach Dunfermline. Den Ort muß man wohl nicht unbedingt sehen, aber er liegt ideal nah zu Edinburgh auf der anderen Seite des Firth of Forth, also der Mündung (= Firth) des Rivers Forth ins Meer. Vom Ort sehen wir nicht und das B&B ist an zwei Hauptstraßen, hat aber großzügige Zimmer und ist schön eingerichtet.

 

Edinburgh


Tag 15

Ein sehr umfassendes und gutes Frühstück bei Regen im nett eingerichteten B&B und eine Plauderei mit den niederländischen Gästen am Tisch sowie den Hosts. Dann geht es nach North Queensferry zur Brückenphotographie, den genau deshalb haben wir in Dunfermline übernachtet: Wir wollte die berühme „Forth Bridge“ morgens fotografisch festhalten. Leider spielte das Wetter nur sehr bedingt mit.

Ein trüber Morgen in North Queensferry

Über die Autobahn um und in die Stadt ging es zur Rückgabe des Autos (zeitliche Punktlandung!) und dann mit dem Bus in die Stadt (Achtung: Im Bus erworbene Tagestickets berechtigen NICHT zur Nutzung der Tram, umgekehrt bei gleichen Preis aber schon – megaschräg!) und wir geben das Gepäck in unserem Quartier des Haymarkets in einer tollen Altbaugegend ab.

Schöne Wohngegend nahe des Haymarket in Edinbourgh

Zu Fuß geht es nun durch das nette Viertel ins Dean Village (toll am Fluß in einem grünen Tal gelegene Häuser) und entlang des Flusses Leith den Waterwalk entlang und an Stockbridge vorbei nach Newtown. Ein tolles Viertel von Edi mit ganz vielen kleinen Geschäften, netten Lokalen, prächtigen Häusern und gepflasterten Straßen. Und groß noch dazu – das will ergangen werden. Zentrumnah ist dann z.B. auch die schmale Thistle Street und in der Frederick Street nahmen wir im „eteaket“ Tea Room unseren sehr feinen Nachmittags-CreamTea.
So gestärkt ging es zum Calton Hill mit der unfertigen Akropolis-Kopie obendrauf, von dem man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Dort begegneten wir auch John Amoore und einem Bekannten, der uns einiges über die Stadt, die Statuen und das Verwaltungsgebäude direkt unterhalb des Hügels informierte. Sehr charmant!

Die Akropolis von Edinburgh

Mit dem X43-Bus und unserem Tagesticket ging es nun nach South Queensferry auf die andere Seite der mächtigen Eisenbahnbrücke. Über eine halbe Stunde dauerte die Fahrt mit Stau und ausgestiegen sind wir dann an der Eisenbahnstation direkt vor der Brücke. Zu Fuß ging es runter an den Strand zu tollen Ausblicken und zum Abendessen ins Hawes Inn. Ein Volltreffer! Urgemütlich, verwinkelt, groß, toll renoviert, superschön eingerichtet und eine gute Karte mit exzellentem Essen!

Das Hawes Inn in South Queensferry direkt unter der Forth Bridge

Das Hawes Inn direkt unter der Forth Bridge

Forth Bridge at South Queensferry

Schließlich war die Sonne untergegangen und die Brücke lockte angestrahlt zu tollen Abendfotos. Zum Bus zurück ging es durch das entzückende Örtchen Dalmeny, das uns zu einem Wiederkommen extrem reizt. Tipp: Am Abend einen Sundowner im Orocco Pier Hotel (17 High Street) mit Blick durch die riesigen Fenster auf die beleuchtete Brücke nehmen!
Zurück ging es dann mit dem ziemlich leeren 43er-Bus.

South Queensferry bei Edinburgh

The Forth Bridge at South Queensferry

The Forth Bridge at South Queensferry

Tag 16
Noch vor dem Frühstück hat uns um 6 Uhr ein wunderschöner Morgen hinausgetrieben und wir sind zu Fuß in die Old Town und zurück marschiert. Danach Frühstück im B&B und wieder ging es in die Stadt.

Edinburgh Castle im schönsten Morgenlicht

Edinburgh Castle am Morgen

Edinburgh – die alten Häuser von Old Town

Edinburgh morgens in Old Town – die Blumen werden gegossen.

Die Briten sind bekanntlich Weltmeister im disziplinierten Schlange-Stehen. Dieses Geschäft in Edinburgh kennt offenbar größeren Andrang – und hat die Wartelinien einfach auf den Gehweg gemalt!

Edinburgh im Blick

Eigentlich ein alter Londoner Bus (ein „Routemaster“), den es hierher nach Edinburgh verschlagen hat.

Diesmal zu Fuß zum Arthur’s Seat bzw. unterhalb davon entlang und weiter bis Duddingsten. Dieser kleine Ort war im Reiseführer als total lieb beschrieben – nett war er, auch Dr. Neils Garden, aber nicht soooo überragend. Nicht zu vergleichen mit dem entzückenden South Queensferry. Mit dem Bus ging es zurück in die City und dann mit dem grünen HopOn-HopOff-Bus einmal rundherum. Das dauerte wegen vieler Staus über 90 Minuten, hatte aber eine sehr kurzweilige Live-Erklärung. Danach sind wir nochmal zu Fuß zum Palace of Holyroodhouse der Queen fotografieren und Tee trinken.

Schließlich sollte es nochmal nach South Queensferry gehen, was aber angesichts der seltsamen Ticket-Politik der hiesigen Verkehrsbetriebe anspruchsvoll war: Gestern hatten wir ein Tagesticket (4 GBP) vom Bus – das galt nicht für die Tram, aber wir konnten bis raus nach South Queensferry. Heute hatten wir ein Tagesticket (auch 4 GBP) vom Tram-Automaten, das für Tram und Bus gelten soll. Aber schon der Fahrer vom 100er-Bus (der vom Flughafen) weigerte sich, uns damit mitzunehmen. Und beim ersten Einstieg in den Bus nach South Queensferry durften wir nicht mit, sondern hätten ein zusätzliches Ticket (2,60 GBP pro Person) kaufen müssen. Strange!!!!
Mit einem Marsch durch die Stadt haben wir dann den nächsten Bus vom X43 erwischt und dem Fahrer erklärt, wir würden nur irgendwo im Nahbereich hinfahren wollen. Ging problemlos. Ausgestiegen sind wir dann wieder in Dalmeny, der Eisenbahnstation oberhalb von South Queensferry. Zu Fuß ging es in den Ort (auch bei Helligkeit entzückend!) und dann zum Abendessen wieder ins Hawes Inn. Zurück haben wir dann den Zug genommen – das Ticket war mit 4,50 GBP p.P. zwar teurer als der Bus, aber dafür waren wir auch über 40 Minuten früher im Quartier zurück. Perfekt!

Forth Bridge von South Queensferry aus im Abendnebel

Noch final Packen und ab ins Bett, denn am nächsten Morgen ging es schon um 3:40 Uhr raus, um unsere Frühflüge zurück nach Wien und Frankfurt zu erwischen.

 

Zum Abschluss noch zwei Tipps zur Reiseplanung:
www.myhighlands.de von Stephan Goldmann gibt tolle Tipps und persönliche Einblicke. Wir hatten seinen Reiseführer „My Highlands – Isle of Skye“ als Kindle-Edition bei uns und er war sehr hilfreich!

Leider erst nach dem Trip haben wir www.undiscoveredscotland.co.uk entdeckt. Sehr spannende Tipps sind dabei – einige kannten wir, die meisten jedoch nicht.

Wir wünschen schönes Fernweh!

 

Fundstücke einer Reise

Eine schottische Spezialität: Einspurige Straßen mit extra ausgeschilderten Passing Places

Typisch für Großbritannien: Tiefgrün bis zum Meer und dann tiefblau. Die Farben sind einfach unglaublich.

Im Zeitalter der Mobiltelefone werden Telefonzellen immer unwichtiger und kaum noch genutzt. Anstatt die schönen roten „Phone Booth“ aber abzubauen, werden sie gerne als Bücherbox oder wie hier als Station für einen Defibrillator genutzt.

Ein echtes Schmuck- und Fundstück: Eine ganz alte Postbox (Pillar Box) aus der Zeit von Queen Victoria

In Schottland gibt es deutlich weniger öffentliche Toiletten als in Südengland. Daher gibt es hier Kooperationen mit lokalen Betrieben – das „Locus“-Centre ist dabei aber ein wirklich passender Name!

Ein bemaltes Auto auf der Isle of Skye – man beachte bitte den sehr wahren Text!

Auch eine klare Aussage: Wir haben kein WLAN, wir sprechen noch miteinander!

Eiscreme kommt in Schottland nicht aus Italien, sondern von den Bauern. Und zwar direkt von der Kuh in die Tüte!

 

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